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Ich habe schon oft darüber nachgedacht, wie es wohl gemeint sein könnte, wenn Buddhisten davon sprechen, dass die Existenz im Außen nicht existiert sondern, dass wir es mit einer Täuschung zu tun haben. Die Welt würde uns real erscheinen, spiele sich aber nur in unseren Köpfen ab.
Mir ist klar: Unsere Gehirne sind gute Rechner mit sehr viel Speicherplatz. Dort speichern wir alle Daten ab. Wir legen im Hirn also feste Begriffe für alle Dinge an. Sie lagern dort im Archiv und wir können diese festen Begriffe für all die Phänomene dieser Welt meist gut abrufen wenn wir sie brauchen. Aber die Begriffe müssen natürlich feststehen, sonst könnten wir sie weder verstehen, noch speichern und auch später nicht wieder abrufen. Also Wasser ist in der Regel als Wasser abgespeichert, flüssig. Wasser ist ja aber viel mehr als das. Nicht nur deshalb weil es in verschiedener molekularer Zusammensetzung auftreten kann (flüssig, fest als Eis, gasförmig als Dampf), sondern eben auch darum, weil sich das Wasser, so wie alle anderen Dinge der materiellen Welt, ständig verändert. Es steht nie still, es verändert ständig seine Temperatur und dadurch sein Gewicht. Es verdunstet permanent oder gefriert, je nach Temperatur und verändert dadurch seinen Zustand.
Das geht nicht nur dem Wasser so sondern allen (gar allen) Dingen die wir kennen. Alles verändert sich und zwar dauernd. Wir können den Wandel nicht stoppen. In unserem Raum- Zeitgefüge in dem wir leben, ist paradoxerweise der Wandel die einzige Konstante und das einzige was bleibt.
Ich halte also fest: Unsere Welt ist im ständigem Wandel. Jede Sekunde verändert sie sich. Jeden Moment geschehen Dinge, die uns zu anderen Menschen machen als die, die wir gerade eben noch waren. Dauern sterben Zellen in uns ab. Das Sterben in uns geschieht in einem permanenten Fluss. Zum Glück werden aber auch ständig neue Zellen geboren (außer im Gehirn, da geht es insgesamt mehr ums Absterben als darum nachzuwachsen). In Etwa 7 Jahren haben sich alle unsere Zellen im Körper erneuert. Alle 7 Jahre bin ich ein komplett neuer Mensch. Meine Gedanken und die Gefühle wandeln sich auch ständig. Tag wir zu Nacht, Sonne zu Regen Frühling zu Sommer usw. Unsere Welt steht also nicht fest, sondern ist dem ständigen Wandel unterworfen. Wie kann ich da nur einen festen Begriff für die Dinge im Kopf haben? Dinge die sich ständig verändern, können nicht feststehen. Und wenn sie das als Begriff in meinem Kopf tun kann es sich doch nur um eine Fälschung handeln oder um einen billig feststehenden Abklatsch der dynamisch agilen Wirklichkeit.
Alle reden vom Weg, der das Ziel sein soll. Bisher ist aber noch niemand am Ziel angekommen allein schon darum weil das Ziel auch ein feststehender Begriff ist. Spirituell stellt man sich da gerne vor, dass das Kämpfen bzw. das Leiden und die Schwierigkeiten dann ein Ende haben. Die Aussage, der Weg ist das Ziel, beschreibt genau dieses Phänomen: Es gibt kein festes Ende. Das Ziel ist der sich wandelnde Weg. Das widerspricht unserer Vorstellung vom „Ziel“ – aber nur darum, weil wir in unseren Köpfen das Ziel als etwas Feststehendes gespeichert haben.
Ich fasse zusammen: Wenn es also am Ende unseres Lebens kein Ziel, also keinen festen Ruhepunkt gibt, wie kann es dann überhaupt einen Weg geben der zu diesem, nicht bestehenden Ziel führt???
Wegen des Wandels der Dinge kann es außerhalb unseres Denkapparats nichts geben, zumindest nichts von diesen Dingen, die wir als Begriffe in unseren Köpfen gespeichert haben.

Schönes Nicht-Sein wünscht Euch

OM
Uli

Abschied

24.05.2012

Lachende Papageien durchqueren Indiens Himmel
feingliedrig die Fiedrigkeit der Äste
recken sich mit ihrem knorrigen Holz bis in mein Herz
ächzen dabei und wachsen doch.

Die Idee, dich ziehen zu lassen
küsst mir den Nacken
behutsam und leis.
Barfüßig gehe ich in der Abendhitze auf
und sage schwebend meiner alten Haut Lebwohl.

Dies also ist unser Abschied.
Die Affen kreischen,
doch ich bleib ganz still.

Sag, wusstest du, dass einsam sein heilen kann?
Und wusstest du, dass Loslassen lieben heißt?

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Welch ein wunder schönes Gedicht. Danke Sophie Zmijanek!
Lesung in München am 24.05.12 in der Seidlvilla, Schwabing

Physik der Lebens

24.05.2012

Wir haben alles erforscht
Wir haben alles entdeckt
Wir haben alles bewiesen
Aber nichts verstanden

http://www.fostac.de/de/filme/dvd-trailer-film.html

Stufen

15.05.2012

Wie jede Blüte welkt und jede Jugend
Dem Alter weicht, blüht jede Lebensstufe,
Blüht jede Weisheit auch und jede Tugend
Zu ihrer Zeit und darf nicht ewig dauern.
Es muß das Herz bei jedem Lebensrufe
Bereit zum Abschied sein und Neubeginne,
Um sich in Tapferkeit und ohne Trauern
In andre, neue Bindungen zu geben.
Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne,
Der uns beschützt und der uns hilft, zu leben.

Wir sollen heiter Raum um Raum durchschreiten,
An keinem wie an einer Heimat hängen,
Der Weltgeist will nicht fesseln uns und engen,
Er will uns Stuf‘ um Stufe heben, weiten.
Kaum sind wir heimisch einem Lebenskreise
Und traulich eingewohnt, so droht Erschlaffen,
Nur wer bereit zu Aufbruch ist und Reise,
Mag lähmender Gewöhnung sich entraffen.

Es wird vielleicht auch noch die Todesstunde
Uns neuen Räumen jung entgegen senden,
Des Lebens Ruf an uns wird niemals enden…
Wohlan denn, Herz, nimm Abschied und gesunde!

Hermann Hesse

Der innere Frieden

19.04.2012

Jeder muß seinen Frieden in sich selber finden, und soll der Friede echt sein, darf er nicht von äußeren Umständen beeinflußt werden.“ (Mahatma Gandhi)

Von der Liebe

16.04.2012

Wenn die Liebe dir winkt, folge ihr, sind ihre Wege auch schwer und steil.

Und wenn ihre Flügel dich umhüllen, gib dich ihr hin,
Auch wenn das unterm Gefieder versteckte Schwert dich verwunden kann.

Und wenn sie zu dir spricht, glaube an sie,
auch wenn ihre Stimme deine Träume zerschmettertn kann
wie der Nordwind den Garten verwüstetet.

Denn so, wie die Liebe dich krönt, kreuzigt sie dich.
So wie sie dich wachsen lässt, beschneidet sie dich.
So wie sie emporsteigt zu deinen Höhen
und die zartesten Zweige liebkost, die in der Sonne zittern,
steigt sie hinab zu deinen Wurzeln
und erschüttert sie in Ihrer Erdgebundenheit.

Wie Korngarben sammelt sie dich um sich.
Sie drischt dich, um dich nackt zu machen.
Sie siebt dich, um dich von deiner Spreu zu befreien.
Sie mahlt dich, bis du weiß bist.
Sie knetet dich, bis du geschmeidig bist;
Und dann weiht sie dich ihrem heiligem Feuer,
damit du heiliges Brot wirst für Gottes heiliges Mahl.

All dies wird die Liebe mit dir machen,
damit du die Geheimnisse deines Herzens kennenlernst
und in diesem Wissen ein Teil vom Herzen des Lebens wirst.

Aber wenn du in deiner Angst nur die Ruhe und die Lust der Liebe suchst,
dann ist es besser für dich, deine Nacktheit zu bedecken
und vom Dreschboden der Liebe zu gehen.
In die Welt ohne Jahreszeiten,
wo du lachen wirst, aber nicht dein ganzes Lachen,
und weinen, aber nicht all deine Tränen.

Liebe gibt nichts als sich selbst und nimmt nichts als von sich selbst.

Liebe besitzt nicht, noch läßt sie sich besitzen;

Denn die Liebe genügt der Liebe.

Und glaube nicht, du kannst den Lauf der Liebe lenken,
denn die Liebe, wenn sie dich für würdig hält, lenkt deinen Lauf.

Liebe hat keinen anderen Wunsch, als sich zu erfüllen.

Aber wenn du liebst und Wünsche haben mußt, sollst du dir dies wünschen:
Zu schmelzen und wie ein plätschernder Bach zu sein,
der seine Melodie der Nacht singt.

Den Schmerz allzu vieler Zärtlichkeit zu kennen.
Vom eigenen Verstehen der Liebe verwundet zu sein;
Und willig und freudig zu bluten.

Bei der Morgenröte
mit beflügeltem Herzen zu erwachen
und für einen weiteren Tag des Liebens dankzusagen;

Zur Mittagszeit zu ruhen
und über die Verzückung der Liebe nachzusinnen;

Am Abend mit Dankbarkeit heimzukehren;
Und dann einzuschlafen
mit einem Gebet für den Geliebten im Herzen
und einem Lobgesang auf den Lippen.

Khalil Gibran
(* 06.01.1883 , † 10.04.1931)

Samarpan

13.04.2012

Es gibt keine negativen Gefühle!
Es gibt nur Gefühle.

Sagt Samarpan, um Ostern 2012

Achte auf deine Gedanken
denn sie werden Worte.

Achte auf deine Worte
denn sie werden Handlungen.

Achte auf deine Handlungen
denn sie werden Gewohnheiten.

Achte auf deine Gewohnheiten
denn sie werden dein Charakter.

Achte auf deinen Charakter
denn er wird dein Schicksal.

Schopenhauer

08.01.2011

Der Mensch kann zwar tun was er will
aber er kann nicht wollen was er will.

Herbstgedicht

28.11.2010

Dich wundert nicht des Sturmes Wucht, –
du hast ihn wachsen sehn; –
die Bäume flüchten. Ihre Flucht
schafft schreitende Alleen.
Da weisst du, der vor dem sie fliehn
ist der, zu dem du gehst,
und deine Sinne singen ihn,
wenn du am Fenster stehst.

Des Sommers Wochen standen still,
es stieg der Bäume Blut;
jetzt fühlst du, dass es fallen will
in den der Alles tut.
Du glaubtest schon erkannt die Kraft,
als du die Frucht erfasst,
jetzt wird sie wieder rätselhaft,
und du bist wieder Gast.

Der Sommer war so wie dein Haus,
drin weisst du alles stehn –
jetzt musst du in dein Herz hinaus
wie in die Ebene gehn.
Die grosse Einsamkeit beginnt,
die Tage werden taub,
aus deinen Sinnen nimmt der Wind
die Welt wie welkes Laub.

Durch ihre leeren Zweige sieht
der Himmel, den du hast;
sei Erde jetzt und Abendlied
und Land, darauf er passt.
Demütig sei jetzt wie ein Ding,
zu Wirklichkeit gereift. –
dass Der, von dem die Kunde ging,
dich fühlt, wenn er dich greift.

Rainer Maria Rilke

Zeit und Wandlung

25.04.2010

Es war ein mal ein Mann, der wollte die Zeit anhalten.
So ging er hinaus auf die Hügel vor der Stadt und rief: „Zeit steh still!“
Da kam ein Reiter des Weges und sagte: „ Wenn dies dein Wunsch ist so sei er Dir erfüllt!“ Er zog seinen Degen und stach in dem Mann in die Brust.
Zu dem Toten sagte er sodann: „Es gibt nur eine Zeit, Deine Zeit. Und erlesen ist die Wandlung.
Wer die Veränderung nicht will, der will auch nicht das Leben.“ Und ritt davon.

Frühlings Haiku

01.04.2010

Frühlingssonnenbank
Sieh‘ wie zart der Tag beginnt
Reh vorbei gerannt

Lebensprüfungen

31.03.2010

Es gibt keine Prüfungen zu bestehen und keine Ziel zu erreichen. Wir stehen nicht am Anfang unseres Wegs sondern am Ende. Unsere Lebenssituation und die dazugehörigen Gefühle sind keine Rätsel die es für die Zukunft zu lösen gilt, sondern vielmehr das Ergebnis aus all dem was bisher vorgefallen ist.
Genau hier, an diesem Punkt besteht die Möglichkeit des Verstehens der Kausalität.
Schon allein bewusstes Hinsehen auf die momentane innere Stimmung reicht aus, um die Zukunft im positivsten Sinne zu beeinflussen.
Gefühle wollen gefühlt werden, dafür sind sie da.
Sich jedem Gefühl das da kommt, in liebevoller Art zuzuwenden und in diesem Moment nur für dieses Gefühl da zu sein, das kann man nur als Mensch.

Nutzen wir also die Chance ;-)

Die Linien, die wir mit den Füßen ziehen, wenn wir ins Museum gehen, sind bedeutender als die Linien, die im Museum ausgestellt sind.

Hundertwasser

Frauen

28.02.2009

Was wären die Frauen ohne uns Männer?
Einfach nur Menschen!
Niemand wüsste, dass sie vernünftiger, klüger und schöner sind.

Wie ich heute bei FM4 Radio, von einem österreichischen Telekommunikation Werbemanager höre, gibt es ein indisches Vogel Sprichwort:

Versuche nicht dem Vogel das Singen beizubringen
sondern schenke ihm von Zeit zu Zeit einen neuen Schnabel.

Ich fand das Grund genug es heute in den Blog aufzunehmen. :-)

Früher war sogar die Zukunft besser!

So gesagt von Karl Valentin.

Alterstherapie

14.02.2009

Altern ist unvermeidbar,
Weisheit ist eine Option,
aber über sich selbst lachen
ist eine Therapie !

Der Mensch ist, was er denkt.
Was er denkt, strahlt er aus.
Was er ausstrahlt, zieht er an.

Da ist was dran.
Klar, wir können unsere Gedanken nicht kontrollieren. Obwohl immer wieder davon zu hören ist. Ich glaube aber nicht daran! Meine Gedanken werden wohl immer da sein und in meinem Kopf plappern und lärmen.
Was ich aber sehen kann ist, dass es an mir liegt wo ich meine Aufmerksamkeit hinrichte. Auf meine Gedanken (macht wohl fast jeder und das auch noch meistens) oder z.B. auf meine momentanen Empfindungen im Körper, meine Atmung usw.
Was dabei mit den weiter schnatternden Gedanken geschieht ist mir dann einerlei denn ich beachte sie dann nicht mehr so. Immer wieder „schnappen“ sie sich zwar wieder meine Aufmerksamkeit und bringen mich weg vom Hier aber sobald ich es bemerke richte ich meine Aufmerksamkeit wieder auf meine Atmung. Der Wahnsinn und die großen Geschichten im Kopf bleiben da aber es interessiert mich einfach weniger bzw. bemerke ich es kaum mehr.
Und dann, wie von selbst und völlig ohne Kontrolle, werden die Gedanken langsamer und weniger. Schon bin ich HIER. Egal was sich mein Kopf gerade zusammenreimt.

Genau

Lebensziel

02.10.2008

Zu sein was wir sind, und zu werden, wozu wir fähig sind zu werden, das ist das einzige Ziel des Lebens.

Robert Louis Stevenson